El-Chapo-Prozess in New York: Jury spricht Drogenboss schuldig


Im Prozess gegen JoaquínEl ChapoGuzmán hat die Jury ein Urteil gefällt. Die Geschworenen sprachen den mexikanischen Drogenkönig nach sechs Tagen Beratung schuldig. Das Gericht in New York sah die Schuld des 61-Jährigen in allen zehn Anklagepunkten als erwiesen an, wie Richter Brian Cogan verkündete.

Guzmán muss nun mit einer lebenslangen Haftstrafe rechnen, über das genaue Strafmaß wird der Nachrichtenagentur AP zufolge erst am 25. Juni entschieden. Die Todesstrafe ist nach einer Absprache zwischen Mexiko und den USA ausgeschlossen.

Für den schwersten Anklagepunkt, die Beteiligung an einer Verbrecherorganisation, schreibt das Strafgesetzbuch der USA lebenslange Haft vor. Guzmán dürfte damit bis zu seinem Tod im Gefängnis bleiben müssen.

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess massenhaft Beweise gegen den 61-Jährigen Guzmán vorgetragendarunter Fotos und Handy-Nachrichten. per 50 Zeugen wurden aufgerufen. Die Verteidigung hatte einen Freispruch gefordert.

Jury aus acht Frauen und vier Männern

Guzmán musste sich unter anderem wegen Drogenschmuggels, Waffenhandels und Geldwäsche vor Gericht verantworten. Der Anklage zufolge hatte das mexikanische Sinaloa-Kartell unter seiner Führung zwischen 1989 ir 2014 greitai 155 Tonnen Kokain und große Mengen anderer Drogen in die USA geschmuggelt. Die US-Regierung warf Guzmán vor, auch für den Tod Tausender Menschen verantwortlich zu sein.

Insgesamt rund 35 Stunden lang hatte die zwölfköpfige Jury aus acht Frauen und vier Männern über Guzmáns Schuld oder Unschuld diskutiert. Als Richter Cogan das Urteil verlas, zeigteEl Chapoder Nachrichtenagentur Reuters zufolge keine Emotionen. Nachdem die Jury den Gerichtssaal verlassen hatte, legten er und seine Frau sich demnach jeweils selbst die Hand aufs Herz und zeigten sich die ausgestreckten Daumen.

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Guzmán war in Mexiko verhaftet und Anfang 2017 an die USA ausgeliefert worden. Seither sitzt er in einem Hochsicherheitsgefängnis in New York. Der von massiven Sicherheitsvorkehrungen begleitete Prozess begann Anfang November 2018.

In Mexiko war es Guzmán bereits zweimal gelungen, aus dem Gefängnis auszubrechen: 2001 entkam er in einem Wäschekorb und 2015 durch einen Tunnel, den Komplizen bis unter seine Zelle gegraben hatten

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