„Anne Will“: 30 aus 52 – Medien

Gefühlt war ja gerade Sommerpause. Dennoch gibt es an diesem Sonntag keinen ARD-Polit-Talk „Anne Will“, der läuft erst wieder am 7. 10. Stellt sich erneut die Frage: Die Republik, die Große Koalition hat, gelinde gesagt, schwierige Tage, und Deutschlands Polit-TV-Talk Nummer Eins glänzt durch Abwesenheit.

„Der NDR beauftragt die Will-Media, eine bestimmte Anzahl von Sendungen im Jahr zu produzieren“, heißt es beim federführenden Sender. „Die Sendetermine und Sendepausen werden frühzeitig auf das Jahr verteilt.“ Je nach politischer Situation nehme das Erste aber gegebenenfalls eine Sonderausgabe von „Anne Will“ ins Programm, wie zum Beispiel anlässlich des Asylstreits im Juli. Diese Möglichkeiten seien aber sehr begrenzt und können nur in wenigen Ausnahmefällen genutzt werden. „An diesem Sonntag war und ist ,Anne Will’ im Programm nicht vorgesehen.“

Urlaub muss jeder mal machen, und mehr Sendungen „Anne Will“, heißt: mehr (Gebühren-)Gelder für Wills Produktionsfirma. Fragt sich bloß, ob es sich ein öffentlich-rechtlicher Sender leisten kann, dem Informationsbedürfnis seiner Zuschauer fast die Hälfte des Jahres nicht nach zu kommen. Zum Vergleich: „Maybrit Illner“ talkte im ZDF 2017 insgesamt 37 mal.

30 Ausgaben hat „Anne Will“ in 2018. Am 12. August kehrte sie aus der Sommerpause zurück. Das Gefühl, es gebe an der Stelle weniger Polit-Talk als früher, trügt nicht. Seitdem „Anne Will“ im Januar 2016 den Platz von „Günther Jauch“ übernommen hat, hat Das Erste die Stückzahl reduziert. Jauch ging 2015 noch 33 Mal auf Sendung.

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