„Florence“ und „Mangkhut“: Auf beiden Seiten des Pazifiks rasen die Stürme – Welt

Hurrikan „Florence“ hat am Freitag die amerikanische Ostküste erreicht und den Küstenregionen erste schwere Überschwemmungen gebracht. Langsam aber mit gewaltiger Zerstörungskraft traf der Tropensturm am Morgen erste Regionen in North und South Carolina, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami mitteilte. Der Fernsehsender CNN berichtete, mehr als 400000 Menschen in den beiden Bundesstaaten seien bereits ohne Strom. Mehr als 1300 Flüge wurde laut CNN an der US-Ostküste gestrichen.

Der Sturm entfaltete Windgeschwindigkeiten von 150 Kilometern pro Stunde, bewegte sich aber selbst mit nur neun Kilometern pro Stunde vorwärts. Damit gilt er als Hurrikan der niedrigsten Stufe 1, ist aber dennoch extrem gefährlich. Weil er sich so langsam bewegt, fällt enorm viel Regen auf die betroffenen Gebiete. Der Gouverneur von North Carolina, Roy Cooper rechnet damit, dass nahezu der gesamte Bundesstaat überflutet wird. Meteorologen erwarten die durchschnittliche Regenmenge von acht Monaten in nur drei Tagen. Außerdem schiebt der Hurrikan eine Flutwelle vor sich her und drückt das Wasser ins Land. In North Carolina sei „eine lebensbedrohliche Sturmflut bereits im Gange“, erklärte das Nationale Hurrikan-Zentrum. In Teilen des Bundesstaats wurde zudem mit Tornados gerechnet.

60 Menschen aus zerstörtem Hotel gerettet

Mehr als anderthalb Millionen Anwohner eines rund 400 Kilometer langen Küstenabschnitts waren aufgefordert worden, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Nicht alle hatten dem Folge geleistet. Angesichts vieler Notfalleinsätze warnte der Chef der Katastrophenschutzbehörde Fema, Brock Long, daher erneut, den Sturm nicht zu unterschätzen: „Es wird auf jeden Fall noch schlimmer.“ In Jacksonville rund 60 Kilometer von der 30 000-Einwohnerstadt New Bern in North Carolina entfernt mussten mehr als 60 Menschen aus einem zerstörten Hotel gerettet werden, wie der Fernsehsender WNCT-TV meldete. New Bern selbst stand schon morgens zu großen Teilen unter Wasser. Rund hundert Menschen mussten gerettet werden. Mehrere Viertel seien nicht mehr zu erreichen, teilte Fema mit. Den Hilfesuchenden wurde geraten, in die Dachgeschosse zu gehen.

Bis zu drei Millionen Haushalte ohne Strom

Die Auswirkungen von „Florence“ werden noch lange zu spüren sein. „Der Strom wird weg sein, vielleicht für Tage, vielleicht aber auch für Wochen“, sagte Fema-Chef Long. Stromversorger haben Tausende Spezialkräfte aus vielen Teilen der Vereinigten Staaten in die Region entsandt, um nach dem Einsturz von Strommasten die Versorgung wiederherzustellen. Der Stromversorger Duke Energy geht von ein bis drei Millionen Haushalten und Unternehmen aus, die ohne Strom sein könnten. „Wir müssen damit rechnen, dass 75 Prozent unserer Kunden ohne Elektrizität sind“, sagte der North-Carolina-Chef von Duke Energy, David Fountain.

Insgesamt sieben Wirbelstürme weltweit unterwegs

Auf der anderen Seite der Erdkugel, wo große Wirbelstürme Taifun genannt werden, bereiten sich die Philippinen auf ein Unwetter vor, das „Florence“ an Zerstörungskraft übertreffen könnte. Taifun „Mangkhut“ nähert sich vom Pazifik aus in Richtung Südchinesisches Meer und wird am Samstag über die Nordspitze der Philippinen ziehen. In ihm wurden Windgeschwindigkeiten bis 255 Kilometern pro Stunde gemessen. Rund fünf Millionen Menschen sind aufgefordert, Schutz zu suchen. An der Küste werden Flutwellen von bis zu sechs Meter Höhe befürchtet. Ähnlich wie in den USA rechnen die Behörden mit heftigen Regenfällen. Mehr als eine Million Menschen in den betroffenen Gebieten leben unter der Armutsgrenze. Von den Philippinen aus zieht der Taifun vermutlich Richtung Südchina und Vietnam weiter. Außerdem sind derzeit fünf weitere Wirbelstürme weltweit unterwegs, die aber bisher nicht die Kraft von „Florence“ und „Mangkhut“ erreichen.

Der letzte große Taifun, der im November 2013 über die Philippinen fegte und den Namen Haiyan trug, forderte allein in dem Inselstaat rund 10000 Menschenleben. (mit dpa)

Diese News stammen von unserem Partnernetzwerk: https://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/florence-und-mangkhut-auf-beiden-seiten-des-pazifiks-rasen-die-stuerme/23070240.html

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